Neu im SchwarzGeld-Depot: aktives Einkommen mit Optionshandel

Neu im SchwarzGeld-Depot: aktives Einkommen mit Optionshandel

“Aktives Einkommen mit Optionshandel? Wie jetzt? Ich denke Ihr strebt die finanzielle Freiheit durch passives Einkommen mit der Dividendendtrategie an.” Manche Leser unserer Beiträge mögen sich verwundert die Augen reiben und sich diese Frage stellen.

Auf den ersten Blick scheinen sich der Optionshandel mit Aktien und die Dividendenstrategie zu widersprechen. Doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass sie sich eigentlich recht gut ergänzen.

Warum das so ist, und wie unsere ersten Erfahrungen ausfallen, erfährst Du in diesem Beitrag.

Eine kurze Einführung in den Optionshandel

Bevor wir zu den Vor- und Nachteilen des Optionshandels kommen, und warum dieser die Dividendenstrategie ergänzen kann, sollten wir zunächst klären, was der Handel mit Optionen eigentlich ist.

Der Verkäufer einer Option sichert dem Käufer der Option ein bedingtes Recht ein, ihm eine bestimmte Anzahl Stücke eines Basiswerts zu einem vereinbarten Preis an einem festgelegten Datum zu verkaufen oder abzukaufen. Für dieses Recht bezahlt der Käufer der Option dem Verkäufer eine Prämie.

Als Basiswert (“Underlying”) kommen alle möglichen Güter, wie beispielsweise Aktien, ETFs, Indizes oder ähnliches, in Frage. Wir beschränken uns sowohl im Handel, als auch in unseren Ausführungen ausschließlich auf den Handel mit Aktienoptionen.

Die Bezeichnung der Optionsvarianten leitet sich immer aus der Perspektive des Käufers einer Option ab. Erwirbt der Optionskäufer also das Recht einen Basiswert zu verkaufen, so nennt man dies eine Put-Option. Er legt (to put) seinen Basiswert in das Depot des Optionsverkäufers.

Das gegenteilige Recht, dem Optionsverkäufer also einen Basiswert abzukaufen, nennt man Call-Option. Der Optionskäufer ruft (to call) den Basiswert beim Optionsverkäufer ab.

Das Recht zum Kauf oder Verkauf des Basiswerts ist jeweils an die Über- oder Unterschreitung des vereinbarten Preises (“Strike”) gebunden. Man kann daher sagen, dass der Käufer der Option eine Art Versicherung erwirbt.

Im Falle einer Put-Option, sichert er sich gegen das Risiko eines Wertverlusts ab. Nur wenn der tatsächliche Wert unter dem Strike liegt, darf er dem Optionsverkäufer den Basiswert verkaufen (andienen).

Im Falle einer Call-Option wird das Risiko einer unerwarteten Wertsteigerung abgesichert. Wenn der tatsächliche Wert über dem Strike liegt, kann der Optionskäufer den Basiswert immer noch günstiger zum vereinbarten Strike kaufen und somit nachträglich von einer Wertsteigerung profitieren.

Wir möchten es an dieser Stelle bei dieser minimalen Einführung belassen. Wer mehr Informationen zum Optionshandel sucht, wird bei einigen Blogger-Kollegen fündig. Ingo von Mission Cashflow hat beispielsweise eine sehr gute Einführung in den Optionshandel geschrieben. Auch bei geldschnurrbart.de findet sich eine recht ähnliche Serie, die vor allem in ihren letzten Teilen etwas praxisnäher ist.

Unsere Motivation zum Handeln mit Optionen

Seit wir Anfang 2019 begonnen haben nach der Dividendenstrategie zu investieren, hat sich die Art und Weise wie wir handeln immer wieder etwas verändert. Anfangs nahm die Auswahl neuer Unternehmen einen großen Raum ein. Wir hatten eine umfangreiche Watchlist mit allen Unternehmen, die uns interessierten und kauften situativ und spontan, wenn uns die Gelegenheit günstig erschien.

Darüber hinaus hatten wir zeitweise recht hohe Cash-Bestände, die investiert werden wollten.

Im Herbst 2020 erreichte unser Depot mit über 50 Unternehmen seine anvisierte Zielgröße. Gleichzeitig gingen uns die liquiden Investitionsmittel aus. Daher stellten wir auf Limit-Orders um. Wir analysierten unser Depot und legten für fast alle Unternehmen einen Limitpreis, zu dem wir eine Aufstockung vornehmen würden, fest.

Einen Teil dieser Limits stellten wir als langlaufende Orders bei unserem Broker ein.

Da wir die Limits in der Regel so einstellen, dass wir mindestens unter unserem bisherigen Durchschnittskurs kaufen wollen, kommt es zu der Situation, dass wir teils über längere Zeit überhaupt nicht investieren. Unser Geld kann nicht für uns arbeiten.

Nun ist es so, dass eine Put-Option im Prinzip einer Limitorder sehr ähnlich ist. Im Gegensatz zur Limitorder werden wir jedoch für unsere Kaufbereitschaft mit der Prämie bezahlt.

Gleiches gilt natürlich im Falle einer Call-Option. Wenn wir uns von einem Unternehmen zu einem bestimmten Preis trennen wollen, können wir dies entweder als Limitorder oder eben als Call-Option machen. Im letzteren Fall werden wir für unsere Verkaufsbereitschaft mit der Prämie bezahlt.

Das Risikoprofil beider Varianten ist, unter der Prämisse, dass nur mit gedeckten Optionen gehandelt wird, vergleichbar. Der wesentliche Unterschied ist der Zeitpunkt, in dem sich das Risiko gegebenenfalls realisiert. Im Falle der Limit-Kauforder kann es passieren, dass der Kurs bei Erreichen unseres Limits weiter fällt, und wir einen Buchverlust erleiden. Im Falle der Put-Option würden wir die Aktien nicht im Zeitpunkt des Erreichens des Limits kaufen, sondern in der Regel erst zum Verfallstag. In beiden Fällen stünde unter dem Strich der gleiche Buchverlust.

Im Falle der Put-Option besteht aus unserer Perspektive vielmehr das Risiko in einer temporären Unterschreitung unseres Limts und darin, dass wir die Aktie, die wir eigentlich kaufen wollen, zum Verfallstag nicht eingebucht bekommen, weil der Kurs wieder über dem Strike steht.

Zusammengefasst heißt das, dass wir den Optionshandel in erster Linie als einen alternativen Kauf- und Verkaufprozess betrachten, bei dem wir für etwas, was wir sowieso tun, bezahlt werden. Darüber hinaus können wir auch in Zeiten, in denen Kurse überwiegend steigen und wir deshalb weniger investieren, zusätzliche Erträge erwirtschaften, die uns wiederum zusätzliche Aktienkäufe ermöglichen.

Unser Risiko besteht in erster Linie darin, dass sich der Markt gegen uns entwickelt und wir Aktien nicht kaufen können, weil der Kurs zum Verfallsdatum über unserem Strike liegt.

Unsere Strategie für den Optionshandel

Der Optionshandel ist, wie dargelegt, für uns kein Selbstzweck. Insofern möchten wir wenige einfache Regeln befolgen:

  1. Wir handeln ausschließlich Unternehmen, die wir entweder bereits im Depot haben, zukünftig im Depot haben wollen oder im Depot akzeptieren würden.
  2. Wir handeln ausschließlich Cash Secured Puts oder Covered Calls.
  3. Die Preisbestimmung für den Strike folgt den gleichen Regeln, die wir zur Preisbestimmung für eine Limitorder verwenden.
  4. Die Prämie je Trade sollte mindestens 20,00 USD (nach Gebühren) betragen, als Renditeziel pro Trade / Monat werden mindestens 1-1,5% angestrebt.

Da wir primär einen kontinuierlichen Dividendenfluss aufbauen wollen, ist das Ziel unserer Optionshandelstätigkeit das Einsammeln von Aktien zu einem günstigen Kurs beziehungsweise die Steigerung der Rendite unseres Portfolios. Daher wollen wir uns stets ausüben lassen, solange unsere Einschätzung des Underlyings intakt ist.

Das heißt, selbst wenn ein Trade (weit) im Geld steht, wollen wir vorerst auf Glattstellung durch Rückkauf oder Rollen verzichten. Eventuell daraus resultierende Buchverluste sollen durch den Verkauf von Covered Calls und Dividendeneinnahmen ausgeglichen werden.

Realistisch gesehen, wird es vermutlich zu der Situation kommen, dass einzelne Unternehmen aufgrund ihrer attraktiven Prämienhöhen überdurchschnittlich oft veroptioniert werden. Wenn diese nach Ausübung stets im Depot gehalten würden, würde daraus ein deutliches Übergewicht resultieren.

Um dem entgegenzuwirken werden wir über Kurz oder Lang wohl auch in die Situation gelangen, dass Glattstellungen unvermeidbar sind.

Diese Regeln spiegeln unseren momentanen Erfahrungsschatz aus gerade einmal drei Trades und unsere Überlegungen basierend auf dem, was wir uns angelesen haben. Sie sind daher sicher noch nicht final und der Weisheit letzter Schluß. Lass uns gerne wissen, was Du davon hältst. Egal ob zustimmend oder kritisch, wir freuen uns über jeden Kommentar.

Erste Erfahrungen mit dem Optionshandel

In unseren Jahreszielen hatten wir bereits festgeschrieben, dass wir in diesem Jahr den Einstieg in den Optionshandel wagen wollten. Das ging nun schneller als gedacht. Relativ kurz entschlossen haben wir im Januar ein Depot bei BANX Broker eröffnet. Das ging erfrischend komfortabel innerhalb von zwei oder drei Tagen über die Bühne.

Wir leisteten zunächst nur die Mindesteinlage von 3.000,00 Euro und verkauften direkt am ersten Tag, nachdem das Depot verfügbar war, unseren ersten Put auf Tanger Factory Outlet Centers, die wiederum kurz zuvor verkündet hatten, dass sie die Dividendenzahlungen wieder aufnehmen.

Das führte offenbar zu einer überdurchschnittlichen Kurssteigerung und bescherte uns eine satte Prämie von 115,00 USD. Bei einem Strike von 14,00 USD müssen wir dafür gerade einmal 1.400,00 USD gedanklich reservieren.

Wenige Tage später verkauften wir einen weiteren Put auf Tanger. Dieses Mal jedoch mit einem Verfallsdatum im März (statt Februar) und mit einem Strike von 12,00 USD. Dafür erzielten wir eine Prämie von 140,00 USD.

Beide Strike-Werte liegen um oder unter dem durchschnittlichen Kaufkurs, den wir bislang für unseren Tanger-Bestand investiert haben. Im Falle einer Ausübung stocken wir unseren Bestand also zu einem günstigeren Kurs auf, und kaufen uns eine Dividendenrendite von rund 5%.

Nachdem wir auf den Geschmack gekommen waren, hätten wir gerne weitere Optionen verkauft, doch nun zeigten sich die ersten Herausforderungen der geringen Mindesteinlage.

Unter der Prämisse, dass nur gedeckte Optionen gehandelt werden sollen, schränkt die Mindesteinlage die handelbaren Unternehmen stark ein. Die Mindesteinlage von 3.000,00 Euro entspricht aktuell rund 3.600,00 USD.

Daraus ergibt sich, dass im Extremfall gerade einmal eine Put-Option auf ein Unternehmen, dessen Kurswert 36,00 USD beträgt, verkauft werden kann. Da eine Option immer 100 Stück entspricht, wären die 3.600,00 USD nach dem Verkauf der Option solange geblockt, bis die Option entweder verfällt oder ausgeübt wird. Bei einer häufig gewählten Laufzeit von etwa 30 Tagen, würde dies bedeuten, dass gerade einmal ein Trade pro Monat durchgeführt werden könnte.

In unserem Fall waren nach Verkauf der beiden Tanger Optionen noch rund 1.000,00 Dollar zur Veroptionierung verfügbar. Da in unserem Depot kein Unternehmen einen Kurswert unter 10,00 Dollar hat, hätten wir bis zum Verfall der ersten Option warten müssen, um weitere Trades zu tätigen.

Daher überwiesen wir zusätzliche 1.500,00 Euro auf das Optionsdepot. Diese ermöglichten uns den Verkauf eines weiteren Puts auf AT&T zum Strike von 24,00 USD, der 57,00 USD Prämie einbrachte.

Zusammenfassend heißt das, der Optionshandel erfordert, zumindest wenn man nur gedeckte Optionen handeln möchte, viel liquides Kapital. Während wir bei unserem Standardbroker viele kleine Limitorders parallel stehen lassen können, geht das bei Optionen aufgrund der 100er-Stückelung nur sehr bedingt.

Umso wichtiger wird es für uns sein, das Depot möglichst schnell auf eine hohe Liquidität zu traden beziehungsweise zusätzliche Einlagen zu leisten. Unter 5.000,00 Euro Einlage macht der Optionshandel nur sehr wenig Freude. Für uns haben wir errechnet, dass eine Einlage von etwa 30.000,00 Euro zu den monatlichen Erträgen und der Anzahl Transaktionen führen dürfte, die wir für’s Erste anpeilen.

Das relativ mühelose Einsammeln der Prämien erzeugt eine gewisse Gier. Die Verlockung der Ausnutzung der Margin ist damit sehr groß. Dieser Gier zu wiederstehen und sich in Geduld zu üben, ist sicher eine der größten Herausforderungen und das größte Risiko im Optionshandel.