Vermögensaufbau mit Dividenden – Finanz-Ziele 2021

Vermögensaufbau mit Dividenden – Finanz-Ziele 2021

Kein Plan ohne überprüfbare Ziele. Damit wir stets wissen, wo wir auf unserem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit stehen, wollen wir uns jedes Jahr messbare Finanz-Ziele setzen.

Nach dem Jahr 2020, welches sogar noch einmal das sensationelle Jahr 2019 übertraf, stehen wir erneut vor der Herausforderung realistische Finanz-Ziele zu definieren. Dabei hat uns ein Zielkonflikt in diesem Jahr einige Kopfschmerzen bereitet.

Um welchen Zielkonflikt es sich handelt, und wie wir ihn schließlich aufgelöst haben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Vorüberlegungen

Wir haben zwei wesentliche, langfristige Ziele, die miteinander in Konkurrenz stehen:

  1. Unsere Hausfinanzierung planmäßig im Jahr 2022 ohne Umschuldung beenden.
  2. Möglichst viel und früh investieren, um maximal vom Zinseszinseffekt der Dividendenstrategie zu profitieren.

Wir haben unser Haus 2012 gekauft und auf 10 Jahre finanziert. Dafür zahlen wir monatlich knapp über 1.000,00 Euro an Tilgung und Zinsen. Außerdem haben wir ein 10%iges Sondertilgungsrecht, welches wir in fast allen Jahren vollständig genutzt haben.

Bevor wir begonnen haben, geplant in Aktien zu investieren, war unser oberstes Ziel mit Ablauf der 10-jährigen Finanzierung wieder schuldenfrei zu sein. Da unser Depotwert die Restschuld unserer Hausfinanzierung übersteigt, haben wir dieses Ziel im Prinzip bereits heute erreicht.

Deshalb hat sich unser Fokus weiter in die Zukunft verschoben. Nun ist unser oberstes Ziel spätestens 2030 nicht mehr auf abhängige Beschäftigung angewiesen zu sein und gegebenenfalls in den (Un-)Ruhestand wechseln zu können.

Um dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen, ist es wichtig nicht nur viel zu investieren, sondern auch frühzeitig.

Daraus ergibt sich der Zielkonflikt, den wir oben erwähnt haben. Neben den 1.000,00 Euro monatlicher Fix-Rate mussten wir all die Jahre einen erheblichen Betrag für die Sondertilgung beiseite legen. Diese Summen waren für unsere Investitionen nicht verfügbar, hätten aber einen wesentlichen Hebel auf unser zukünftiges Einkommen aus Dividenden.

Insofern ist nun unser primäres Ziel, die monatliche Belastung aus der Hausfinanzierung schnellstmöglich loszuwerden.

Daraus entstand zunächst die Aufweichung unseres Wunsches schuldenfrei zu werden. Zugunsten unserer Investitionen könnten wir, angesichts des aktuellen Zinsniveaus, die Tilgung noch ein wenig strecken.

Im vergangenen Jahr ergab sich dann mit unserem Depot-Wechsel zu Smartbroker eine weitere Option der Flexibilisierung. Bei Smartbroker steht uns ein Wertpapierkredit zur Verfügung, der in etwa zu gleichen Konditionen verzinst ist, wie unsere Hausfinanzierung.

Daraus ergab sich nun der Gedanke einen Teil unserer Restschuld auf den Wertpapierkredit umzuschichten. Letztendlich verschieben wir damit nur von der einen Tasche in die andere. Der Wertpapierkredit gibt uns aber als wesentlichen Vorteil die Möglichkeit, flexibel, antizyklisch zu investieren.

Das heißt, wenn der Markt einbricht, wie beispielsweise im vergangenen Jahr, können wir unser gesamtes Budget und ggf. noch darüber hinaus für Investitionen nutzen. In Zeiten, in denen der Markt sich (für uns) zu positiv entwickelt, können wir hingegen unser gesamtes Budget in den Abbau des in Anspruch genommenen Wertpapierkredits inklusive unserer Restschuld aus der Hausfinanzierung, verwenden.

Diese Strategie birgt natürlich auch gewisse Risiken. Beispielsweise könnte der Zinssatz für den Wertpapierkredit deutlich steigen. Das halten wir erstens für unwahrscheinlich. Zweitens könnten wir natürlich jederzeit wieder in einen klassichen Bankkredit umschichten.

Ein weiteres Risiko wäre ein wirklich dramatischer Börsen-Crash, der dazu führt, dass der Depotwert unter die Beleihungsgrenze fällt (Margin Call). Um dieses Risiko möglichst auszuschließen, müssen wir die Beleihungsquote so begrenzen, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit möglichst gering beziehungsweise der Sicherheitspuffer möglichst groß ist. Darüber hinaus sollte ein regelmäßiges Monitoring erfolgen, sodass im Falle des Falles frühzeitig gegengesteuert werden kann.

Was uns nun Kopfschmerzen bereitet hat, war die Frage, wie wir unsere Überlegungen in Zahlen gießen und mittelfristig controllen können. Doch was lange währt wird endlich gut, und so fanden wir schließlich eine Lösung.

Doch bevor wir unsere Lösung vorstellen, möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass unsere Gedankenspiele hinsichtlich der Einbeziehung des Wertpapierkredits in die Finanzplanung nicht einfach adaptiert werden sollten. Wir “trauen” uns an solch eine Lösung heran, weil wir ein recht sicheres überdurchschnittliches Einkommen, einen hohen Gegenwert in Form unserer Immobilie sowie weitere leicht liquidierbare Vermögenswerte haben. In allergrößter Not könnten wir Umschulden oder gegebenenfalls Vermögenswerte liquidieren und schnell größere Summen zurückzahlen. Wer das nicht kann, kann in schlimmste finanzielle Schieflagen geraten und sollte daher auf keinen Fall ein solches Szenario adaptieren.

Lösungsansatz

Die Lösung unseres oben beschriebenen Zielkonflikts lag in der Aufstellung eines kombinierten Spar-, Tilgungs- und Investitionsplans bis in den Oktober 2022. Als fixe Parameter flossen folgende Werte ein:

  • Monatlicher Mindestsparbetrag per Dauerauftrag: 1.500,00 Euro
  • Durchschnittliche monatliche Dividendenerträge: 300,00 Euro
  • Monatliche Tilgung auf unsere Kredite: 900,00 Euro
  • Volle Sondertilgung Ende 2021
  • Maximale Beleihung des Depotwerts:  50% = 50.000,00 Euro

Insbesonders der letzte Parameter mag sich hoch anhören. Wir gehen für unsere Berechnung allerdings von den IST-Werten zum heutigen Stand aus.

Unter der Annahme, dass wir den Betrag, den wir auf Basis dieser Prämissen monatlich zu Investitionszwecken zur Verfügung haben, voll investieren, wird sich der Depotwert bis Ende 2022 noch einmal erhöhen und die tatsächliche Beleihungsquote nach unten verschieben.

Darüber hinaus haben wir keine Dividendensteigerungen und kein Kurswachstum einbezogen.

Schließlich sind wir von dem heutigen Tilgungsbetrag auf unseren Kredit ausgegangen. Dieser erhöht sich jedoch von Monat zu Monat und durch die Sondertilgung Ende 2021, sodass auch die Restschuld kleiner ausfallen wird, als wir berechnet haben.

Wir haben dann im ersten Schritt eine Berechnungstabelle aufgestellt, in der wir alle Ein- und Auszahlungen eingetragen haben, allerdings unter der Annahme, dass wir keinen Euro investieren. Aus der Saldierung ergaben sich drei Schwellwerte beziehungsweise Szenarien, die den Rahmen für unsere Investitionsplanung bilden:

  1. Rückführung des heute in Anspruch genommenen Wertpapierkredits + Übernahme der Kredit-Restschuld
    In diesem Szenario stünden wir im Oktober 2022 genauso da, wie wir es vor dem Einstieg in die Dividendenstrategie geplant hatten. Neben der kleinen Kredit-Restschuld hätten wir keine weiteren Schulden.

    Für unsere Investitionen stünden uns 315,00 Euro pro Monat zur Verfügung.

  2. Beibehaltung des aktuell in Anspruch genommenen Wertpapierkredits + Übernahme der Kredit-Restschuld
    In diesem Szenario würden wir den aktuellen Stand des in Anspruch genommenen Wertpapierkredits in den Oktober 2022 fortschreiben und die Kredit-Restschuld dazu addieren. Das hieße, dass wir immerhin zusätzlich zu unseren Investitionen die Sondertilgung 2021 aus Eigenmitteln leisten würden.

    Für unsere Investitionen stünden uns 1.065,00 Euro pro Monat zur Verfügung.

  3. Ausreizung der maximalen Beleihung + Übernahme der Kredit-Restschuld
    In diesem Szenario würden wir im Oktober 2022 die Kredit-Restschuld in den Wertpapierkredit übernehmen und außerdem bis zur selbstgesetzten Beleihungsgrenze investieren.

    Für unsere Investitionen stünden uns 1.413,00 Euro pro Monat zur Verfügung.

Da das dritte Szenario unsere Zielsetzung optimal erfüllt, das heißt maximale Investition bei gleichzeitiger Ablösung der Hausfinanzierung und Streckung der Tilgung, leiten sich unsere Zielsetzungen für 2021 aus diesem Szenario ab.

Entwicklung Verrechnungskonto

Zur Erfüllung des dritten Szenarios soll der Kontostand des Verrechnungskontos pro Monat durchschnittlich mindestens um 387,00 Euro zunehmen. Das Monatsziel ist jedoch eher ein weiches Ziel, zu dem wir Über- und Unterschreitungen zulassen wollen.

Das härtere Jahresziel liegt bei einer Zunahme des Kontostands um mindestens 4.644,00 Euro unter Abzug der Sondertilgung 2021.

Investitionen

Im dritten Szenario dürfen wir durchschnittlich 1.413,00 Euro pro Monat investieren, um die harte Grenze von 50% Beleihung auf Basis des heutigen Depotwertes nicht zu überschreiten. Auch dieses Monatsziel ist natürlich ein weiches Ziel, was Über- und Unterschreitungen zulässt. Insbesondere dann, wenn wir ungeplante Einzahlungen auf unserem Verrechnungskonto vornehmen können, ist eine Überschreitung immer zulässig.

In Summe wollen wir also mindestens 16.956,00 Euro neu in Aktien investieren.

Diese ersten beiden Zielsetzungen beeinflussen sich gegenseitig. Eine Überschreitung des einen Zielwerts hat unter Umständen eine Unterschreitung des anderen Zielwerts zur Folge. Aus diesem Grunde sollten beide Zielsetzungen auch gemeinsam betrachtet werden:

In Summe wollen wir im Jahr 2021 eine Sparleistung bestehend aus Einzahlungen und Dividendenerträgen in Höhe von 21.600,00 Euro erreichen.

Wachstumswerte per Sparplan besparen

Neben unseren Investitionen nach der Dividendenstrategie verfolgen wir in kleinem Umfang eine Wachstumsstrategie, indem wir einige Aktien per Sparplan besparen.

Mit Stand von heute besparen wir 10 Unternehmen mit einem Sparbetrag in Höhe von 250,00 Euro monatlich. Damit liegen wir bereits über unserer ursprünglichen Zielsetzung.

Für 2021 wollen wir daher die Sparquote auf Wachstumswerte auf durchschnittlich 200,00 Euro begrenzen. Darüber hinaus wollen wir aufgrund der Bruchstückproblematik von den Sparplänen zu Einmalkäufen wechseln. Das wird zur Folge haben, dass ein oder mehrere Sparpläne pausiert oder eingestellt und unregelmäßiger ausgeführt werden. Wie wir das genau umsetzen, müssen wir noch austüfteln.

Insgesamt wollen wir also zusätzlich 2.400,00 Euro in Wachstumswerte investieren.

Brutto-Dividendeneinnahmen steigern

Basierend auf unserem aktuellen Depotwert rechnen wir mit etwa 4.000 Euro Dividendeneinnahmen. Durch Neuinvestitionen sollten zusätzliche 500,00 Euro im Jahr 2021 zu erzielen sein.

Insgesamt streben wir also 4.500,00 Euro Brutto-Dividendeneinnahmen im Jahr 2021 an. Damit einhergehend möchten wir die Grenze von 350,00 Euro minimaler und regelmäßiger Dividendeneinnahmen (TTM) je Monat überschreiten.

Sondertilgung leisten

Wie bereits oben ausführlich ausgeführt, wollen wir auch im Jahr 2021 die Sondertilgung auf unsere Hausfinanzierung leisten. Gemäß der oben dargelegten Planung spielt dabei die Herkunft der Mittel keine größere Rolle mehr. Sie kommt in jedem Fall vom Verrechnungskonto und die Zusammensetzung aus Eigenmitteln und Wertpapierkredit wird sich nicht mehr 100%ig nachvollziehen lassen. Sie wird sich nur noch in einer Über- oder Unterschreitung der ersten beiden Ziele ausdrücken.

Einstieg in den Optionshandel

Viele Finanzblogger, die wir verfolgen, bessern ihren passiven Einkommensstrom aus Dividenden mit einem aktiven Einkommen aus dem Handel mit Optionen auf. Unsere Zielsetzung für dieses Jahr besteht zunächst nur darin den Einstieg zu wagen und erste Erfahrungen zu sammeln.

Fazit

Unterm Strich summieren sich die oben formulierten Finanz-Ziele auf etwa 24.000,00 Euro für das Jahr 2021. Das klingt ziemlich ambitioniert. Doch die vergangenen beiden Jahre haben gezeigt, dass wir (dank teils glücklicher Fügungen) selbst ambitionierteste Ziele übertreffen konnten. Warum sollte dies also in diesem Jahr nicht wieder funktionieren?